DMM Der Mobilitätsmanager

25 www.dmm.travel „Einfach und entspannt durch die Welt zu fliegen, ohne sich Gedanken um das Klima zu machen, das war einmal. Zudem ist die persönliche Begegnung nicht immer alternativlos.” Gernot Zielonka I CEO zic Klimafreundlichkeit Online-Info https://kompetenzzentrum-tourismus.de I vdr-service.de I umweltbundesamt.de Christoph Carnier: Nachhaltigkeit bleibt zentral. Kompensation. Mehr oder weniger schlechtes Gewissen lässt sich vielleicht mit einer freiwilligen CO2-Abgabe vertreiben, die CO2-Kompensationsdienstleistungsorganisationen wie Atmosfair, MyClimate, Primaklima usw. anbieten. Dabei zahlt der Reisende bzw. die ihn/sie entsendende Firma einen zusätzlichen Betrag zum Flugticket und unterstützt damit konkrete Klimaschutzprojekte. Freilich tun dies nur die allerwenigsten Business Traveller bzw. deren Arbeitgeber. Schätzung von MyClimate oder auch der Lufthansa gehen davon aus, dass weniger als 5 % der Passagiere ihren CO2-Ausstoß kompensieren. Darüber, wie viel die CO2Abgaben wirklich bewirken, gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Daher sollten Mobilitätsmanager und die Firmenreisenden selbst bei der Wahl der Reisemittel darauf achten, dass die Treibhausgasemissionen realistisch berechnet und die Klimaschutzprojekte von hoher Qualität sind. Orientierung bietet der „Gold Standard“. Es spricht natürlich nichts dagegen, Klimaschutzprojekte auch ohne Flugreisen finanziell zu unterstützen. Fakt. Das von jedem Geschäfts- und Urlaubsreisenden produzierte Kohlendioxid wird der Atmosphäre laut Wissenschaft Jahrtausende lang erhalten bleiben. Und 3 % der Kohlendioxidemissionen, wie sie die Luftfahrt angibt, sind sehr viel, wenn man berücksichtigt, dass ohnehin nur 3 % der Weltbevölkerung fliegen. Die Bundesbürger übrigens sind sogar überdurchschnittlich oft mit dem Flugzeug unterwegs; sie sind für 10 % der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich, und davon sind etwa die Hälfte Dienstreiseflüge. Die winzige fliegende Minderheit (3 % der Weltbevölkerung) hat demnach einen überdurchschnittlich starken Hebel in der Hand, der für die restlichen 97 % der Menschheit einen spürbaren Unterschied machen kann. Wissenschaftler der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der aktuell sehr hohe Kohlendioxidausstoß die Lebensbedingungen von Hunderten Millionen von Menschen verschlechtern wird, z.B. durch vermehrte Wetterunbilden, durch Überflutungen, Brandkatastrophen, Wasserknappheit, Mangelernährung, Gesundheitsschäden u.a.m.. VDR will motivieren. Konkret geht es in dem VDR-Projekt darum, mit einer strukturierten und leicht verständlichen Prozessbeschreibung Unternehmen zu motivieren, Nachhaltigkeit kurzfristig und konsequent umzusetzen. Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen soll damit die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele erleichtert werden. Ziel ist es laut VDR, geschäftliche Mobilität zu erhalten, wobei gleichzeitig der CO2-Anteil der Geschäftsreisen langfristig und nachhaltig gesenkt werden soll. TMCs machen mit. „Wir freuen uns, dass wir für die Umsetzung und Implementierung des Prozessmodells Geschäftsreisebüros (Travel Management Companies) gewinnen konnten“, so Projektleiter Ludger Bals. „Denn sie unterstützen aktiv das Projekt durch Ihren Multiplikatoreffekt sowie durch ihre fachliche Expertise.“ Zu nennen sind hier die Anbieter ATG, BCD, CWT, DERPART, Egencia, FCM und Lufthansa City Center, die direkt gestartet sind und bereits positives Feedback von den ersten Pilotunternehmen erhalten haben. Dabei wird das generische Prozessmodell, das acht Schritte umfasst, um die Angebote und Leistungen des jeweiligen Reiseanbieters angereichert und den interessierten Pilotkunden vorgestellt. Daraufhin werden konkrete Maßnahmen identifiziert, um den CO2-Fußabdruck bei Geschäftsreisen zu senken und dennoch die betriebliche Mobilität zu erhalten. Basis dafür ist eine enge, unkomplizierte Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Lieferanten, Travel Management Company und dem VDR als Bindeglied. Auch VDR-Präsident Christoph Carnier betont die Bedeutung des Projekts für den Verband: „Nachhaltigkeit bleibt auch im Business Travel ein zentrales Thema. Deshalb möchten wir unseren grünen Fußabdruck 2023 verstärken und unseren Mitgliedern kompetent und lösungsorientiert zur Seite stehen. Mit der VDRInitiative „LIFT Klima“ kommen wir unserem Verbandsziel – Stärkung der nachhaltigen geschäftlichen Mobilität – einen großen Schritt näher.“ Es hilft und versetzt Travel- und Mobilitätsmanager zukünftig in eine bessere Lage, schnelle und konkrete Antworten zur Senkung des CO2-Fußabdrucks parat zu haben. Mithilfe der Expertise der Geschäftsreisebüro-Partner können die Maßnahmen, wie beispielsweise intelligente Buchung, transparente Abrechnung, Berechnung des CO2-Fußabdrucks oder auch CO2-Kompensationsmodelle umgesetzt werden. ••• Inlandsflüge sollten der Vergangenheit angehören. 10 % der deutschen Treibhausgasemission stammen von Bundesbürgern – die Hälfte davon sind Dienstreiseflüge.

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